Tradition und Brauchtum beim Leonhardiritt in Grödig St. LeonhardSeit mittlerweile fünf Jahrzehnten wird in Grödig - St. Leonhard zu Ehren des Heiligen Leonhard, des Schutzpatrons der Pferde und Reiter, der traditionelle Leonhardiritt abgehalten. Auch in diesem Jahr versammelten sich wieder zahlreiche Besucher entlang der Straßen und beim Festgelände, um an diesem besonderen Brauchtumsfest teilzunehmen und die festlich geschmückten Pferde und Kutschen zu bewundern.
Die feierliche Pferde- und Reitersegnung wurde von Pfarrer Michael Köck gemeinsam mit den Ministranten vorgenommen. Mit eindrucksvollen Worten erinnerte Pfarrer Köck in seiner Ansprache an die Bedeutung des Heiligen Leonhard als Symbol für Zusammenhalt, Dankbarkeit und Schutz.
Im Anschluss fand beim Grubergut das traditionelle Kranzlstechen statt, bei dem die Reiterinnen, Reiter und Kutschenfahrer ihr Können und ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellten. Das Publikum fieberte begeistert mit, als die Teilnehmer mit präzisem Schwung die Kränze zu stechen versuchten – eine alte Tradition, die bis heute ihren Reiz nicht verloren hat.
Nach langer Zeit wieder beim St. Leonhardiritt 2025 dabei die Reit- und Schnalzergruppe aus Kuchl die im Jahr 1962 gegründet wurde. Mit den prachtvoll geschmückten Noriker Pferden und der Vereinstracht welche sich an die Kuchler Bürgertracht anlehnt trägt der Verein zum Erhalt des Brauchtums bei.
Für das leibliche Wohl sorgten die St. Leonharder Trachtenfrauen mit regionalen Spezialitäten. Besonders großer Andrang herrschte bei den köstlichen Bauernkrapfen der Familie Jenni, die längst zu einem kulinarischen Wahrzeichen des Leonhardiritts geworden sind. Bei gemütlicher Stimmung und bester Bewirtung wurde anschließend noch bis in die Nachmittagsstunden gefeiert.
Unter den Ehrengästen befanden sich Altbürgermeister Richard Hemetsberger sowie Bürgermeister Herbert Schober, die beide in ihren Grußworten den besonderen Stellenwert des Leonhardiritts für die Gemeinde Grödig hervorhoben. Bürgermeister Schober betonte: „Der Leonhardiritt ist nicht nur ein Fest des Glaubens, sondern auch ein Ausdruck unserer tief verwurzelten Gemeinschaft und unseres lebendigen Brauchtums. Es freut mich, dass so viele Menschen - Jahr für Jahr diesen Tag mit uns gemeinsam feiern.“ Auch die jüngsten Gäste zeigten sich begeistert von den großen und kleinen Pferden. Viele Kinder nutzten die Gelegenheit, die Tiere aus nächster Nähe zu erleben – ein besonderes Erlebnis, das Tradition und Natur auf einzigartige Weise verbindet. Der Namenstag des Heiligen Leonhard, der jährlich am 6. November gefeiert wird, gilt zudem als Lostag im Bauernkalender. Eine alte Bauernregel besagt: „Wenn auf Leonhardi Regen fällt, ist’s mit dem Weizen schlecht bestellt.“ Doch in diesem Jahr präsentierte sich der Festtag von seiner abwechslungsreichen Seite – mit einem herbstlichen und teils leicht regnerischen Wetter, das zum Verweilen und Feiern einlud.
So bleibt der Leonhardiritt in Grödig-St. Leonhard auch nach 50 Jahren ein fester Bestandteil des regionalen Brauchtums und ein lebendiger Ausdruck der Gemeinschaft. Das traditionsreiche Fest verbindet Glauben, Kultur und Geselligkeit auf ganz besondere Weise – und zeigt eindrucksvoll, dass Tradition auch heute noch Menschen über Generationen hinweg zusammenbringt.
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